Como Vento Coburg 2018

10 Jahre Como Vento

Strassenmusiker


 

Das Loch von Kassel 1977

 

Das Loch von Kassel 1977


Was denn, 
das soll Kunst sein? 

Über Wochen stand auf dem Vorplatz zum Fridericianum ein Bohrturm, umgeben von Bauzaun und Lärmschutz. 
Es gab viel Aufregung. 
Walter de Maria, ein amerikanischer Land-Art-Künstler, 
ließ von einer ansässigen Tiefen-Bohr-Firma 
ein ein Kilometer tiefes Loch bohren, 
indem ein 5cm dicker Messingstab versenkt wurde.


Neuauflage 2020
 


Filmlänge:
Zur Entstehung des Films 5 Min. (16:9) 
 Neuschnitt 2020 15 Min. (16:9) 
Original 1977 27 Min. (4:3)


 

auf DVD * ... 10,- €


zzgl.
3,- Versandkosten


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Der vertikale Erdkilometer - Documenta-Stadt Kassel


Zur Entstehung des Films „Das Loch von Kassel“  


Mitte der 1970er Jahre kamen die ersten tragbaren Videogeräte aus Japan, die zwar nur in schwarz-weiß aufnahmen, auch nach Europa und man konnte sie hier kaufen.

Im Gegensatz zu den bis dahin 8mm-Film-Varianten, bei denen man die abgedrehte Filmrolle ins Entwicklungslabor einschicken musste und erst nach ein paar Wochen das entwickelte Material zurück bekam, war es jetzt möglich eine Filmszene aufzunehmen, diese im Anschluss zu sichten und sie ggf. auch gleich wieder zu löschen. Auch wurde parallel ein lippensynchroner Ton aufgezeichnet.

Die Begeisterung bei den Nicht-Profi-Filmern war riesig.

Da die Geräte sehr teuer waren, konnten sie damals hauptsächlich von Institutionen angeschafft werden. Beispielsweise von Landesfilmdiensten, Kommunalen Kinos, Künstlerkollektiven oder auch von Kinder- und Jugendhäusern. Da der Umgang und die Bedienung aber nicht so einfach waren, 
verbrachten viele dieser Geräte die meiste Zeit  in abgeschlossenen Stahlschränken.

In vielen Großstädten Europas entstanden sogenannte Videogruppen. 
Da der Erwerb für den Einzelnen kaum erschwinglich war, 
taten sich interessierte Medienmenschen zusammen um gemeinsam Geräte anzuschaffen.

So entstand 1977 auch in Frankfurt am Main im Stadtteil Bornheim eine solche Gruppe.

Drei arbeitslose Sozialarbeiter haben sich zur Video Werkstatt Bornheim zusammengeschlossen.
Anfangs sammelten sie lediglich Materialien zum Thema Video.
Aus Geldmangel konnten sie ich zu Beginn auch keine eigenen Geräte leisten. 
So liehen sie sich gelegentlich Geräte von Institutionen aus.

In diese Zeit fällt auch der Besuch der Gruppe bei der Documenta 6, 
zu der sie eigentlich nur gekommen waren, um sich über „Video in der Kunst“ zu informieren.

Früh am Morgen, kurz nach Öffnung, stolperten wir gleich in der Nähe des Eingangs in ein kleines noch leeres Räumchen mit dem Schild: „International Free University“. 
Ein Mann mit einem Hut und einer Weste fegte mit einen Besen den Raum aus.
In einer kleinen Nische lag auf einem Tisch eines der von uns so begehrten Videogeräte. 

Auf unsere Frage, ob man sich solches eventuell mal ausleihen könne, antwortete er, 
ohne sich vom Fegen abhalten zu lassen: 
„Dahinten in der Ecke liegt‘s, das könnt ihr nehmen!“

Ohne auch nur eine winzige Sicherheit hinterlegen zu müssen, 
spazierten wir aus dem Fridericianum mit Kamera, Recorder und Mikrofon wieder heraus. 

Jetzt war klar: „Video in der Kunst“ musste warten, 
nun wollten wir mit dem Gerät auch irgendetwas produzieren. 
Aber was?

Und wie wir noch vor dem Fridericianum so dastehen, 
drängt sich die dicke Baustelle mit dem Bohrturm vor uns regelrecht auf.

Und ehe wir uns versahen, hatten wir jeder einen Bauhelm auf den Kopf und standen auf der Bohrplattform. 
Es war nichts geplant und hat sich alles spontan ergeben.

So entstand unser erstes gemeinsames Projekt, mit wenig Erfahrung und ohne Stativ, 
entsprechend sind die Aufnahmen.

Es war kein Geringerer als Joseph Beuys, 
der es uns ermöglicht hat unseren ersten „Film“ als Gruppe zu drehen.

CrumanFilms 2020

© 2020 Wolfgang Schräder


* Diese DVD ist eine sogenannte Hybrid-DVD:als DVD-VIDEO im DVD-Player abspielbar.


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  Wolfgang Schräder

37318 ASBACH * Dorfstr. 18

Tel:  036087 - 90064  +  WoMo:  0171 - 548 16 11

mail:     crumanfilms@t-online.de

Youtube-Kanal:  CrumanFilms

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